Watzl wolfgang

Posted by / 18-Jul-2017 22:56

Es bleibe nur die Hoffnung, auf einen Hinweis oder eine Spur.

Eine Kripobeamtin hält bis heute regelmäßig Kontakt zu den Angehörigen und spricht mit ihnen, um vielleicht doch noch auf etwas zu kommen, an was niemand gedacht habe.

Ihre Mutter ist zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 90 Jahre alt.

Der Fall Erich Watzl ist im Landkreis in den vergangenen fast 50 Jahren einmalig, berichtet Peter Timko, Leiter der Kripo in Dillingen. 1966 ist Monika Stempfle aus Oberndorf verschwunden. Januar wollte die 16-Jährige aus Oberndorf, die in Augsburg zur Schule ging, wohl vom Mertinger Bahnhof aus nach Hause gelaufen. Fünf Kilometer sind es bis zu ihrem Elternhaus, doch die junge Frau kommt nie dort an. Als Erster Kriminalhauptkommissar Holger Duderstadt von der Kriminalpolizei Dillingen vor einigen Jahren die Familie besucht, ist das Zimmer von Monika immer noch genauso, wie es 1966 war.

Weil sich dieser nicht meldet, wendet sich die Familie doch an die Polizei und gibt eine Vermisstenanzeige auf. Einen Hinweis liefern lediglich zwei speziell ausgebildete Personenspürhunde.

Zudem schauen die Beamten an allen bekannten Orten nach, an denen sich der Graisbacher gerne aufhielt. Es ist schon das Jahr 2014 angebrochen, als die Ermittler aufmerken: Auf das Konto von Erich Watzl ist eine kleine Summe überwiesen worden.

„Da haben wir gleich näher nachgeschaut“, berichtet der Kripo-Chef.

Sollte Watzl tatsächlich in den Fluss gefallen und ertrunken sein, könnte der Leichnam durch die starke Strömung und die Tatsache, dass die Schleusen an den Donau-Kraftwerken geöffnet waren, rasch weit fortgespült worden sein, so die Ermittler.

Die lassen in den folgenden Wochen den Fluss bis Bertoldsheim wiederholt durch das Technische Hilfswerk mit einem Boot absuchen.

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„Die Ungewissheit belastet die Familie schwer“, weiß Timko, „das ist ein tragischer Fall“.